Former Pfeifen – Dänische Handarbeit mit Tradition seit 1959
Wenige Namen stehen in der Welt der Pfeifenmacherei so sinnbildlich für Erfahrung und Beständigkeit wie Hans „Former“ Nielsen. Seit über sechs Jahrzehnten widmet er sich dem Pfeifenbau – eine Seltenheit in dieser Branche. Seine Geschichte beginnt in den 1950er-Jahren, als Pfeifenrauchen in Dänemark noch Teil des Erwachsenwerdens war. Viele Jugendliche erhielten zur Konfirmation ihre erste Pfeife – so auch Former, der schon mit 15 Jahren im Kopenhagener Laden von Poul Rasmussen als Reparateur einstieg. Zwar war der Lohn gering, aber die handwerklichen Grundlagen, die er sich dort aneignete, waren von unschätzbarem Wert.
Der Beiname „Former“ stammt übrigens aus Kindheitstagen, inspiriert vom britischen Schauspieler George Formby. Später bekam der Spitzname durch seine Bedeutung im Dänischen – „Gestalter“ – eine passende zweite Ebene für den Weg des Pfeifenmachers.
Werdegang eines dänischen Pfeifenbauers: Hans „Former“ Nielsen
Nach zwei Jahren sammelte er weitere Erfahrungen bei Sven Knudsen, der ebenfalls bei W.Ø. Larsen gearbeitet hatte. Die nächste Station führte Former nach seinem Wehrdienst erneut zu W.Ø. Larsen, wo er sich innerhalb eines Jahrzehnts in der Fertigung, im Sandstrahlen und bei der Qualitätsprüfung bewährte. Dort arbeiteten über ein Dutzend Pfeifenmacher – viele von ihnen sind heute etablierte Namen unter Kennern.
Parallel dazu begann Former, seine eigene kleine Werkstatt zuhause aufzubauen. Das sollte sich als weitsichtiger Schritt erweisen – besonders, als Emil und Jess Chonowitsch ihn motivierten, unter eigenem Namen Pfeifen zu fertigen. Der Bedarf, insbesondere aus Japan, war enorm. So verließ er W.Ø. Larsen und widmete sich voll der eigenen Produktion – zunächst mit 15 Pfeifen im Monat, bald deutlich mehr. Auch deutsche Fachhändler wurden schnell auf seine Arbeit aufmerksam.
Eigene Werkstatt – stetig steigende Nachfrage
Mit dem Aufbau seiner Marke erfüllte Former die Nachfrage nach hochwertigen Freehands, insbesondere im asiatischen Raum. Seine Pfeifen überzeugten durch handwerkliche Sorgfalt, klassisches Design und funktionale Qualität. Das sprach sich herum – nicht nur unter Sammlern, sondern auch unter Pfeifenliebhabern, die Wert auf zuverlässige, gut verarbeitete Produkte legten.
Former Pfeifen – Präzise gefertigt, zeitlos im Stil
1986 unterstützte Former die technische Erneuerung der Schweizer Pfeifenproduktion „Bru-Bu“ und war zugleich beteiligt an der Entwicklung der Marke „Bentley“. Dort lernte er auch seine Frau Daniela kennen. Mit dem Umzug nach Lauenburg 1997 setzte er die Produktion fort, heute noch wird in den alten Werkshallen Tabak hergestellt. Die Zusammenarbeit mit Dan Tobacco besteht seither kontinuierlich.
Auch heute, mit über 80 Jahren, ist Former noch aktiv. Auf Messen, Pfeifenausstellungen und internationalen Veranstaltungen zeigt er regelmäßig seine neuesten Arbeiten. Er gilt als Mentor für viele jüngere Pfeifenmacher – darunter Holmer Knudsen und Henrik Kroll, mit denen er regelmäßig im Austausch steht. Seine Pfeifen gelten nicht nur als erstklassige Rauchgeräte, sondern sind für viele auch handwerklich hochwertige Sammlerstücke.